Studie gibt weitere Impulse für die Entwicklung von Elektroautos
Stand: 01.07.2010
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Berlin - "Die Energiewirtschaft hat mit diesen Studien einen weiteren entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland gegeben." Dies erkläfte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei der Übergabe der ELAN-Studien an Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und die Nationale Plattform Elektromobilität. "Die Energiewirtschaft wird auch in Zukunft gemeinsam mit der Politik und den anderen beteiligten Branchen das Zukunftsthema Elektromobilität vorantreiben und insbesondere den Aufbau einer bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Infrastruktur aktiv angehen", so Müller weiter.
ELAN 2020 - das steht für "ELektrofahrzeuge intelligent am Netz". Gemeinsam mit 17 Unternehmen aus sieben Branchen hatte der BDEW die Initiative ELAN 2020 im Jahr 2008 ins Leben gerufen und drei Studien in Auftrag gegeben. Ziel des Projektes war es, die ökonomischen und ökologischen Voraussetzungen zu klären, wie dem Elektroauto der Weg zum Massenmarkt geebnet werden kann. "Alle drei Studien werfen einen detaillierten Blick auf die Elektromobilität, den es in dieser Form noch nicht gibt. Wir sind davon überzeugt, dass die von der ELAN-Initiative beauftragten Studien helfen werden, die Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität zu erleichtern und zu beschleunigen", sagte Müller.
Die ELAN-Studien zeigen, dass mit der Elektromobilität der Einstieg in das intelligente Netz der Zukunft - dem Smart Grid - beginnt: "Eine Million oder mehr Elektrofahrzeuge stellen eine nennenswerte Speichermöglichkeit dar, die dazu dienen kann, die immer größer werdenden Mengen erneuerbarer Energien zu integrieren: Elektromobilität ist somit ein wichtiger Schlüssel zur Integration der Erneuerbaren insgesamt", so Müller. Wenn es nach der Energiebranche geht, werden alle Elektrofahrzeuge in Zukunft mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben. Die geplanten eine Million Fahrzeuge im Jahr 2020 werden danach einen Bedarf von gerade einmal zwei Terawattstunden (TWh) haben - bei 193 TWh Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Die Studien sind allerdings auch zu dem Ergebnis gekommen, dass ohne eine staatliche Unterstützung das Ziel der Million Fahrzeuge nicht zu erreichen sein wird. "Dies muss sowohl der Politik als auch allen anderen Beteiligten klar sein", sagte Müller. "Forschung und Entwicklung, der Kauf von Elektroautos und der Ausbau der Infrastruktur sollten in geeigneter Weise gefördert bzw. unterstützt werden", so Müller. "Es wäre somit ein logischer Schritt, das Thema Elektromobilität auch in das Energiekonzept der Bundesregierung aufzunehmen, auf das nicht nur die Energiewirtschaft, sondern auch andere Branchen dringend warten."
Zur Unterstützung der Elektromobilität gehöre laut BDEW auch, die Modellregionen weiter zu stärken. "Die Modellregionen sind die Keimzellen der Elektromobilität. Hier werden wir beobachten, wie sich die Elektroautos weiter entwickeln werden und sowohl als Zweit- und Stadtwagen als auch als Pendlerfahrzeuge fungieren werden", sagte Müller. Bis 2011 werde es dank der Energiewirtschaft mindestens 3000 öffentliche Ladepunkte geben, so der BDEW; diese genügen zur Versorgung eines mehrfachen an Elektrofahrzeugen.
Nachrichten zum Thema
- Elektroautos: RWE und Nissan beschließen Kooperation
- Elektroautos - Wasserstoff- oder Batterieantrieb?
- Umweltminister will in 10 Jahren eine Million deutsche Elektroautos
- Frankreich will Elektroautos stärker fördern
- BMW baut Elektroautos serienmäßig ab spätestens 2015 in Leipzig
- Deutschland und Frankreich beschließen einheitlichen Standard für Elektroautos