Fährhafen Sassnitz soll wichtige Offshore-Basis werden
Stand: 17.09.2009
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa | ddp
Mukran - Der Fährhafen Sassnitz auf Rügen soll in den kommenden Jahren zu einer bedeutenden Basis für Offshore-Projekte in der Ostsee ausgebaut werden. Dafür starte die Landesregierung in den nächsten Wochen eine bundesweite Werbekampagne um Investoren und Bundeszuschüsse, sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) am Donnerstag in Mukran.
Der Tiefwasserhafen in Mukran verfüge wegen seiner zentralen Lage über hervorragende Voraussetzungen, um an dem sich abzeichnenden Boom beim Bau von Windparks in der Ostsee teilzuhaben, sagte der Minister. Es gebe bereits einen ersten Interessenten, der im Fährhafen Fundamente für seegestützte große Windkraftanlagen bauen wolle. Zugleich profiliere sich der Hafen als wichtige Logistikbasis für den Bau der deutsch-russischen Ostseepipeline.
Um die landseitige Erreichbarkeit des Hafens über die B 96 auf Rügen zu verbessern, kündigte Schlotmann Gespräche mit den anliegenden Gemeinden und Umweltverbänden an. Er sei optimistisch, dass für den seit Jahren vorgesehenen Ausbau der Trasse kurzfristig eine Lösung gefunden werde.
In Mukran hatten am selben Tag die Rammarbeiten zum Bau eines neuen, 175 Meter langen Liegeplatzes begonnen. Mit dem Terminal 9 könnten an dem Umschlagplatz künftig auch deutlich größere Schiffe als bisher abgefertigt werden, sagte Geschäftsführer Harm Sievers. So sei geplant, spätestens beim Bau des zweiten Gasleitungsstrangs Zuschlagstoffe für die Rohrummantelung nicht nur aus Norwegen und Schottland, sondern auch aus Übersee zu beziehen. Zugleich könne man künftig bis zu drei Frachter gleichzeitig aufnehmen.
Der neue Liegeplatz wird in zwei Bauabschnitten fertiggestellt. Die ersten 100 Meter Kailänge sollen bereits zum Jahresende zur Verfügung stehen. Insgesamt werden rund zehn Millionen Euro investiert, fast die Hälfte davon kommt aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Perspektivisch werde der zweitgrößte Hafen in Mecklenburg-Vorpommern im Südbereich erweitert, sagte Sievers. Derzeit werde die Anbindung des Hafens an das neue Industriegebiet Südstraße vorbereitet.
Expansionspläne kündigte auch die zur Hamburger Buss-Gruppe gehörende Logistikfirma Sea Terminal Sassnitz (STS) an. Das seit fünf Jahren auf Rügen tätige Unternehmen, das inzwischen 50 Mitarbeiter beschäftigt, wolle in Kooperation mit der Bahn ein neues Logistikzentrum für Schienentransporte im Normal- und Breitspurbereich aufbauen, sagte Buss-Geschäftsführer Heinrich Ahlers. STS bewältige bereits für den in Mukran ansässigen französischen Rohrspezialisten EUPEC den gesamten innerbetrieblichen Transport der Rohrsegmente für die Ostseepipeline. Jetzt werde die Gründung eines Tochterunternehmens vorbereitet. Es soll in dem zweiten Betonummantelungswerk im finnischen Kotka tätig werden, das sich derzeit im Probebetrieb befindet.
Nach Angaben von Hafenchef Sievers stabilisieren sich die seit der Krise gesunkenen Umschlagszahlen seit August wieder. Einbrüche habe es vor allem im Fährgeschäft gegeben. Der Hafen, in dem im April die Kurzarbeit wieder aufgehoben worden sei, werde jedoch in diesem Jahr vermutlich das durchschnittliche Umschlagsergebnis von rund fünf Millionen Euro verfehlen.