Energiepreise häufigster Grund für Anbieterwechsel
Stand: 26.03.2010
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Nürnberg - Wer seinen Stromanbieter wechselt, schließt den neuen Vertrag am häufigsten über das Internet ab. Mit dem neuen Energielieferanten sind die Kunden zwar zufriedener, zeigen sich jedoch im Falle einer Erhöhungen der Strompreise keineswegs loyaler. Dies sind Resultate einer Studie der GfK Marktforschung.
Seit dem Jahr 2007 haben mehr als 20 Prozent der deutschen Haushalte ihren Stromanbieter mindestens einmal aus eigenem Antrieb gewechselt. Mehr als 40 Prozent haben dabei ihren neuen Vertrag über das Internet abgeschlossen. Deutlich weniger Befragte geben an, den Anbieterwechsel schriftlich oder telefonisch vollzogen zu haben. Damit liefert das Internet wichtige Impulse für den Wettbewerb am Strommarkt.
Eine noch größere Bedeutung kommt dem Internet als Informationsquelle zu. Knapp zwei Drittel informieren sich vor ihrer Entscheidung auf einschlägigen Portalen. Zusätzlich besucht über die Hälfte der wechselwilligen Stromkunden die Webseiten neuer Anbieter und recherchiert deren Produkte sowie Konditionen.
Die Kommunikation der Wettbewerber zeigt bei unzufriedenen Kunden Erfolg. Mehr als 40 Prozent der Personen, die ihren Anbieter gewechselt haben, sind über Werbung auf Alternativen aufmerksam geworden. Testberichte in Fachzeitschriften scheinen hingegen weniger Relevanz zu besitzen – lediglich etwa jeder Vierte zieht diese als Informationsquelle heran.
Zu hohe Energiepreise der häufigste Wechselgrund
Der häufigste Grund für einen Wechsel des Energieversorgers ist ein zu hoher Strompreis. Bei mehr als zwei Drittel der Befragten führen generelle Kostenerwägungen zur Kündigung des bestehenden Liefervertrags. Rund 15 Prozent reagieren auf eine Preiserhöhung ihres Versorgers. Ökologische Erwägungen, das heißt der Bezug von Ökostrom, nennt jeder Zehnte als Auslöser. Negative Erfahrungen mit dem Kundenservice sind hingegen die Ausnahme und lediglich in etwa drei Prozent der Fälle der alleinige Grund für einen Wechsel.
Zwischen den verschiedenen Stromanbietern zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Frage wie sie neue Kunden gewinnen. Während Stadtwerke und andere lokale Anbieter neue Kunden eher über klassische Vertriebswege – telefonisch und schriftlich – akquirieren, sind Stromversorger, die neu am Markt sind, aber auch die großen nationalen Versorger, via Internet am erfolgreichsten.
Nach einem Anbieterwechsel ist die Zufriedenheit mit dem Energielieferanten deutlich höher als vorher. Daher empfehlen mehr als die Hälfte der Befragten, die Kunden eines anderen Anbieters geworden sind, diesen weiter. Hingegen ist es in der Gruppe der „Nichtwechsler“ nur rund jeder Fünfte, der positive Erfahrungen an Freunde und Bekannte weitergibt.
Allerdings schlägt sich die Zufriedenheit mit dem neuen Stromversorger nicht in einer höheren Loyalität nieder. Über 80 Prozent der Stromkunden beabsichtigen auch in Zukunft Strom bei ihrem jetzigen Anbieter zu beziehen– egal ob sie vorher gewechselt haben oder nicht. Nach einer Preiserhöhung zeigen sich die „Wechsler“ sogar weniger loyal: 75 Prozent von ihnen würden in diesem Fall einen neuen Lieferanten in Erwägung ziehen. Bei den „Nicht-Wechslern“ trifft dies nur auf etwa jeden zweiten Stromkunden zu.
Zur Studie
Die Ergebnisse sind ein Auszug aus einer Studie der GfK Energie & Umwelt, einer Abteilung der GfK Marktforschung. Sie basieren auf rund 600 telefoni-schen Interviews mit Energieentscheidern in Privathaushalten. Die repräsentative Studie behandelt neben Kundenloyalität und Anbieterwechsel im Strommarkt auch das Interesse und die grundlegenden Einstellungen der Verbraucher zum Thema Energie. Mittels einer bedürfnisorientierten Segmentierung wird zudem das Verbraucherverhalten in unterschiedlichen Kundengruppen systematisch untersucht.
Video: So funktioniert der Stromanbieterwechsel