Falsch getankt: So reagieren Sie jetzt richtig
Stand: 27.02.2025
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Die meisten Autofahrer gehen davon aus, dass es ihnen nicht passiert, falsch zu tanken. Vor allem Fahrer von Benzinern verlassen sich darauf, dass der breitere Dieselzapfhahn gar nicht in ihren Benzineinfüllstutzen passt. Das stimmt auch, aber nur in den meisten Fällen, nicht in allen. Was sollte man tun, was unterlassen, wenn man falsch getankt hat?
Das Wichtigste in Kürze
- Bei Falschbetankung mit Benzin statt Diesel oder umgekehrt sollte der Motor nicht gestartet werden.
- Dieselmotoren reagieren deutlich empfindlicher auf Benzin als umgekehrt.
- E 10 und E 5 oder Super und Super Plus zu vertauschen, ist weniger dramatisch.
- Die Versicherung übernimmt keine Kosten, die bei Falschbetankung entstehen.
Falsch getankt, was tun?
Motor auslassen und Auto an der Zapfsäule stehen lassen. Das gilt in allen Fällen. Dennoch gibt es von Falschbetankung zu Falschbetankung Unterschiede in den Auswirkungen.
Benzin statt Diesel getankt
Dieses Problem betrifft nur noch Superbenzin, da das "Normalbenzin" schon seit vielen Jahren vom Markt ist. Diese Variante kann leichter passieren als umgekehrt. Der Zapfhahn für Benzin passt nämlich in jeden Dieseleinfüllstutzen. Dieselmotoren vertragen kein Super. Kommt Super in den Motor, und das Auto wird gefahren, muss in der Regel ein großer Teil des Motors ausgetauscht werden. Dazu zählen:
- das gesamte Einspritzsystem
- Hochdruckpumpe
- Injektoren
- Kraftstoffleitung
- Tank
Laut Aussage des ADAC summiert sich der Preis für den Austausch auf einige Tausend Euro. Wird der Motor nicht gestartet und der Halter hat Glück, ist es völlig ausreichend, den Tankinhalt abzusaugen und den Tank zu waschen.
Ältere Dieselfahrzeuge vertragen mehr
Man muss zwischen älteren und neueren Dieselbaureihen unterscheiden. Ältere Fahrzeuge sind mit einer Wirbel- oder Vorkammereinspritzung ausgestattet. Diese Technik kann einige Liter Benzin vertragen. Das gilt allerdings nur, wenn sich noch Diesel im Tank befand und es zu einer Mischung kam. Reines Benzin ist auch für diese Motoren Gift.
Seit dem Jahr 2000 werden allerdings Common-Rail- und Pumpe-Düse-Triebwerke verwendet. Diese Motoren vertragen keinerlei Super und dürfen auf keinen Fall gestartet werden. Bei laufendem Motor wischt das Benzin den Schmierfilm ab, der für Dieselmotoren notwendig ist, und ruiniert den Motor.
Diesel statt Benzin getankt
Es kommt kaum vor, dass ein Autofahrer Diesel statt Benzin falsch getankt hat. Hat der Dieselstutzen aber doch in den Benzintank gepasst, ist Vorsicht geboten.
Der Motor sollte in jedem Fall ausbleiben, denn sonst wird zunächst der Katalysator beschädigt, gefolgt von der Einspritzanlage. In der Regel sollte es aber ausreichen, den Tankinhalt abzusaugen und den Tank einmal zu spülen, um den Motor wieder fahrtüchtig zu machen.
E 10 statt E 5 getankt
Dieses Thema betrifft in erster Linie Fahrzeuge mit einem Baujahr vor dem Jahr 2000. Insbesondere sind die FSI-Motoren von Volkswagen betroffen. Kommt es dazu, dass ein Fahrer statt E 5 einmal E 10 tankt, ist dies jedoch nicht weiter tragisch. Laut ADAC sollte es genügen, den Tank mit Super Plus aufzufüllen.
Super statt Super Plus getankt
In der Regel befinden sich am Motor Klopfsensoren, die sich automatisch an die unterschiedliche Oktanzahl im Benzin anpassen. Bei älteren Motoren ist aber Vorsicht geboten, da nicht alle einen Klopfsensor besitzen und dann Schäden am Motor entstehen können. Wer umgekehrt aus Versehen einen höherwertigen Kraftstoff tankt, hat lediglich mehr Geld als üblich ausgegeben, ohne dass sich die Motorleistung seines Fahrzeugs erhöht.
Falsch getankt – zahlt die Versicherung?
Wenn Sie Ihr Fahrzeug versehentlich falsch betanken, müssen Sie mit finanziellen Konsequenzen rechnen. Ihre Kfz-Versicherung kommt für die entstehenden Kosten nicht auf - weder für das Auspumpen des Tanks noch für mögliche Reparaturen am Motor. Dies gilt sowohl für die Teil- als auch für die Vollkaskoversicherung.
Die gleiche Regelung greift, wenn Sie ein fremdes Auto falsch betanken. Ob es sich dabei um den geliehenen Wagen eines Bekannten, ein Mietfahrzeug oder einen Firmenwagen handelt, ist unerheblich. In all diesen Fällen sind Sie persönlich für den Schaden verantwortlich.
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