Mobiles Internet - Deutschland hinkt hinterher
Stand: 09.08.2012
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Berlin - In Deutschland setzt sich die mobile Internetnutzung langsamer durch als in vielen anderen Ländern - dies geht aus einem internationalen Vergleich von Online-Marktdaten hervor, den der Internetkonzern Google am Mittwoch in Berlin vorstellte. Diese "Global Business Map" soll PR-Agenturen und Unternehmen als Orientierungshilfe für den Einstieg in den grenzüberschreitenden E-Commerce dienen.
In den USA kommt nach Angaben von Google jede zweite Suchanfrage zu den Olympischen Spielen von einem Handy oder einem Tablet-Computer. In Großbritannien sind es 46 Prozent, in Deutschland aber nur 30 Prozent.
In Deutschland haben nach dem von Google vorgestellten Bericht erst 29 Prozent der Bevölkerung ein Smartphone - kaum mehr als in Indien mit 23 Prozent. Größer ist die Verbreitung unter anderem in Österreich (36 Prozent), der Schweiz (43), in den USA (44) und in Großbritannien (51 Prozent). Pro Nutzer erreicht die mobile Internet-Nutzung in Deutschland ein Volumen von monatlich 62,7 Megabyte, zu vergleichen mit 72,7 MB in Österreich und der Schweiz, 92,5 MB in Großbritannien, 169,2 MB in den USA und 363 MB in Japan - dort liegt der Smartphone-Anteil allerdings nur bei 20 Prozent.
Google stellte die Daten aus 20 unterschiedlichen Quellen zusammen, um seinen Werbekunden den Einstieg in internationale Geschäfte zu erleichtern. Das Internet biete auch für kleine Unternehmen eine riesige Chance, ihren Markt zu erweitern, sagte Google-Manager Lars Lehne am Mittwoch bei der Vorstellung der "Global Business Map". "Das sind Marktdaten, die zeigen, wo es hingeht." Mehr als jeder dritte Kunde des Google-Suchmaschinen-Marketings in Deutschland habe mit diesem Programm neue Märkte erschlossen.
Die Daten für den Vergleich wurden allerdings noch nicht als Rohdaten bereitgestellt, mit denen Nutzer dann eigene Verknüpfungen und Analysen vornehmen könnten. Grundsätzlich sei Google bereit, auch Rohdaten aus den unterschiedlichsten verfügbaren Quellen anzubieten, sagte Google-Sprecher Klaas Flechsig - ganz im Sinne des Grundsatzes, alle Arten von Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen. Einen Masterplan für eine solche "Big-Data-Strategie" gebe es aber noch nicht, sagte Lehne.
Die sich mit dem Schlagwort "Big-Data" verbindenden Möglichkeiten sollen zum Zündsatz für die nächste Stufe der digitalen Wirtschaft werden. Dabei geht es um die Bereitstellung von Rohdaten aller Art und um intelligente Analysen mit Hilfe vielfältiger Verknüpfungen.